22. April 2026 von Crowd Container

Gemeinsam gewachsen – Erste Food Forest Produkte sind verfügbar

Über fünf Jahre haben wir auf diesen Moment hingearbeitet. Wir haben gehofft, gewartet, gezweifelt. Doch nun ist es soweit: Die ersten Produkte aus dem Food Forest sind in der Schweiz angekommen. Dank dem Einsatz aller Beteiligten ist uns dieser Erfolg gelungen. Ein Erfolg, der nicht immer absehbar war. Doch der Reihe nach.

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Vor fünf Jahren hat die Sozialgenossenschaft NOE («No Emarginazione») 300 Zitrus-, 200 Avocado- und 80 Olivenbäume gepflanzt. Neben der Baumpflanzung flossen die Einnahmen des Crowdfundings der Crowd Container Community auch in die Anschaffung der benötigten Maschinen sowie weitere Aktivitäten. Vor Rückschlägen waren unsere Partner*innen dabei nicht gefeit: Im Mai 2025 wurde ihnen ein Traktor gestohlen. Und nicht alle Bäume gediehen gleich gut. Gerade einige Avocadobäume sind abgestorben und mussten ersetzt werden. Sie und die Zitrusbäume tragen leider noch nicht genug Früchte.

Die drei Produkte: Olivenöl…

Ganz anders die Olivenbäume: Deren Früchte konnte NOE im Spätherbst 2025 ernten und verarbeiten lassen. Stefano Gallo, der auch für die Kooperative Valdibella Olivenöl produziert, hat die Oliven zu Öl gemahlen. In den Genuss der 250ml-Flaschen Olivenöl kommen die Unterstützer*innen unseres Crowdfundings. Und damit nicht genug: Auch je ein Glas Confettura di Corbezzoli und Tomatenpassata werden mitgeliefert.

… Confettura di Corbezzoli…

Confettura di Corbezzoli? Das ist eine Konfitüre, die aus den Früchten des Erdbeerbaums (Arbutus unedo) hergestellt wird, und zwar von den «Cuoche Combattenti» (kämpfende Köchinnen). «Cuoche Combattenti» ist ein soziales Unternehmensprojekt, dessen Ziel die wirtschaftliche Emanzipation von Frauen ist, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind. Das Projekt schafft Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Kompetenzen und zum Erzielen eines Einkommens.

… und Tomatenpassata

Das dritte Produkt, die Tomatenpassata, ist ein Klassiker. Diejenige aus dem Food Forest ist aber besonders speziell: Carla Monteleone und Enrico Milazzo haben hier mehr als 20 verschiedene Tomatensorten gepflanzt. Tomatensorten, die aus bäuerlichem Saatgut gezüchtet und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie sind so ausgewählt, dass sie auch unter Trockenheit widerstandsfähig sind und gut gedeihen. Doch auch wenn diese Sorten sehr widerstandsfähig sind und nach dem «Siccagno»-Verfahren kultiviert werden – während ganz heisser und trockener Perioden ist eine Bewässerung unumgänglich. Bewässert wird dann dafür doppelt effizient: Die Tomatenpflanzen wachsen unter und neben den Avocadobäumen. Entsprechend werden beide Kulturen gleichzeitig bewässert. Und mit der Tröpfchenbewässerung reduziert sich der Wasserverlust auf ein Minimum.

Einzigartiger Geschmack dank ökologisch sinnvollem Anbau

All diese Bestrebungen, den Anbau regenerativ und vielfältig zu gestalten, sind ökologisch sinnvoll (siehe Interview zum Biodiversitätsbericht). Und sie machen die Lebensmittel auch geschmacklich einzigartig. Es freut uns darum besonders, knapp 100 Flaschen Tomatenpassata in unserem Shop anbieten zu können. Wir arbeiten nun mit Hochdruck daran, 2026 noch mehr Produkte aus dem Food Forest anbieten zu können. Voraussetzung dafür ist, dass die Sozialgenossenschaft NOE den Rechtsstreit mit den Behörden gewinnt. Die Gemeinde möchte nämlich die Parzelle, auf der der Food Forest steht, touristisch nutzen und die Landwirtschaft verdrängen. Das Gerichtsurteil wird im Herbst 2026 erwartet – wir bleiben dran!

Enrico Milazzo ist über die Forschungsplattform «Climavore» Teil des Food Forest geworden. Climavore beschäftigt sich mit der Frage, wie wir uns angesichts des Klimawandels ernähren sollten. Wasserknappheit wird immer häufiger – entsprechend fördert Climavore trockenheitsresistente Sorten und schafft Mikroklimata sowie Strukturen für den Anbau ohne Bewässerung.

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