Wertvolle Hochstammkirschen

Als wir letztes Jahr Christoph Rickenbachs Hochstammkirschen über unseren online-Markt verkauften, erreichten uns nicht wenige Kommentare wie:

Darum haben wir während der diesjährigen Ernte einen kurzen Film gedreht, um aufzuzeigen, wie die Kirschen angebaut werden und wieso sie bei uns rund 18 Franken pro Kilogramm kosten.
Hochstammkirschen: ökologisch wertvoll …
Kirschen können auf zwei Arten angebaut werden: in Hochstamm- oder in Niederstammanlagen. Hochstammbäume sind Bäume, wie wir sie uns vorstellen: rund zehn Meter hoch, dicke Stämme und eine üppige Krone mit viel Grün. Sie stehen majestätisch auf grünen Wiesen, leben bis zu 100 Jahre und prägen die Landschaft oder gar ganze Regionen, wie das Fricktal.

Niederstammbäume wiederum finden sich in kleinräumigen, gedeckten Anlagen. Sie werden nur vier Meter hoch und nach etwa 12 Jahren wieder gefällt. Vor lauter Kirschen lassen sich teilweise gar keine Blätter mehr erkennen.

Hochstammbäume sind gegenüber Niederstammanlagen aufgrund dieser Gegebenheiten ökologisch im Vorteil. Sie bieten Vögeln wie der Blaumeise Nistplätze oder dem Siebenschläfer und weiteren kleinen Säugetieren wertvolle Lebensräume. Niederstammkirschen wachsen in geschlossenen, überwachten Anlagen und beherbergen daher nur sehr wenige (Kleinst-)Tiere. Wer Hochstammbäume pflegt und Hochstammkirschen kauft, trägt also zu mehr Biodiversität in der Landwirtschaft bei.
… und sogar günstiger!
So viel vorneweg: Das einleitende Zitat konnten wir ganz einfach widerlegen – 500 Gramm Bio-Niederstammkirschen im Coop kosteten dieses Jahr 9.95 Franken (also 19.90.–/kg). Über Crowd Container sind Christophs Bio-Hochstammkirschen 1.60 Franken pro Kilogramm günstiger. Ausserdem erhält Christoph für seine Kirschen rund zwei Franken mehr als den empfohlenen Produzentenpreis für Bio-Niederstammkirschen. Der Fakt, dass in einer Niederstammanlage rund 4–5 mal so viele Kirschen pro Stunde geerntet werden können (siehe Film), lässt die Niederstammanlage zwar auf den ersten Blick ökonomischer erscheinen. Allerdings sind die Investitionen und das unternehmerische Risiko einer solchen Niederstammanlage nicht zu unterschätzen.
Wir sind der Überzeugung, dass Produzent*innen wie Christoph aus aller Welt für ihre Lebensmittel einen fairen Preis und unsere volle Wertschätzung erhalten sollen – dafür setzen wir von Crowd Container uns ein.
Vielen Dank für diesen tollen und wichtigen Beitrag! Ihr habt sehr eindrücklich aufgezeigt wo die Vor- und Nachteile der jeweiligen Produktionsform liegen. Zu den Preisen: Manchmal dünkt mich, im Grossverteiler werden die Produkte einfach in den Wagen gelegt ohne gross über die Preise nachzudenken. Der Grosseinkauf kostet dann, was er kostet. Wieso sind die Konsumentinnen im Hofladen sensibler?
Hallo Cornelia, es freut uns, dass du unseren Beitrag schätzt! Danke für deine Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Vielleicht kaufen einige Menschen im Hofladen, in kleineren (Bio-)Läden oder bei uns (unbewusst) mit der Einstellung ein, dass die Produkte eh teurer sind und achten darum mehr auf den Preis? Wir machen jedenfalls die Erfahrung, dass insbesondere bei der Preisthematik eine grosse Offenheit & Transparenz wichtig ist, damit die Leute verstehen, warum ein Produkt wie viel kostet. Darum weisen wir für jedes unserer Produkte aus, wie sich der Preis zusammensetzt und wer in der gesamten Lieferkette wie viel erhält. Liebe Grüsse, Beni