Antica Enotria: unsere neue Partnerin in Apulien
Cerignola in Apulien: Hier führt Luigi Di Tuccio zusammen mit seiner Frau Valentina die Antica Enotria in zweiter Generation. Schon Ende der 1980er-Jahre setzten Luigis Eltern auf biologischen Rebbau und waren damit Pionier*innen in der Region. In der Zwischenzeit hat die Familie Di Tuccio den Betrieb weiterentwickelt und stellt verschiedene hochwertige Konserven her.
Ab Frühling 2026 nehmen wir ausgewählte Köstlichkeiten der Antica Enotria in unser Sortiment auf – Luigi gibt uns hier einen Einblick in die Geschichte, die Anbauphilosophie und die Zukunftsperspektiven des Betriebs.
Crowd Container: Die Antica Enotria gibt es seit über dreissig Jahren. Luigi, kannst du uns auf diese Reise mitnehmen? Wie sind deine Eltern zur Landwirtschaft gekommen, und wann bist du eingestiegen?
Luigi Di Tuccio: Ende der 1980er-Jahre haben meine Eltern ihr Heimatdorf in der Basilikata verlassen und sich hier im apulischen Cerignola angesiedelt. So konnten sie ihren Traum verfolgen und einen eigenen Bauernhof übernehmen. Schon seit Beginn wurden die Reben der Antica Enotria biologisch kultiviert. Damit waren wir Pionier*innen in der Region. Mittlerweile haben wir verschiedene Standbeine und verarbeiten unsere Produkte gleich vor Ort. Unsere Passion sind hochwertige Lebensmittel, die eine Geschichte erzählen – von unserem Land, unserer Arbeit und den Jahreszeiten, nach denen wir leben. Ich bin vor über 20 Jahren in den Betrieb eingestiegen und leite ihn mittlerweile. Das heisst, ich bin sowohl für den Anbau als auch für den Vertrieb verantwortlich.
CC: Du hast es schon angesprochen, dass ihr mittlerweile verschiedene Standbeine habt. Deine Eltern haben mit dem Rebbau begonnen, heute ist euer Hof jedoch sehr vielfältig aufgestellt. Wie ist es dazu gekommen?
Luigi: Anfang der 2000er-Jahre haben wir uns dazu entschieden, auch in den Gemüse- und Ackerbau einzusteigen. Einige Olivenbäume standen bereits hier, als meine Eltern den Betrieb gekauft haben. Diesen Baumbestand haben wir bis heute ausgebaut. Aktuell kultivieren wir rund 2’000 Olivenbäume auf acht Hektaren Land.
Diese Diversifizierung ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern macht unseren Betrieb auch ökologisch vielfältiger – und war daher der logische Schritt für uns. Die Vielfalt erlaubt es uns, hochwertige Produkte herzustellen. Ein Grossteil der Verarbeitung findet auf unserem Betrieb statt: Wir keltern den Wein selbst und stellen auch diverse Konserven, wie beispielsweise Pelati, direkt vor Ort her. Wir verwenden einfache, traditionelle Rezepte mit wenigen Zutaten und viel Sorgfalt.
CC: Weshalb ist es für euch so wichtig, dass ihr möglichst viele Schritte in der Wertschöpfungskette selbst übernehmen könnt?
Luigi: Wir müssen keinem grossen Verarbeitungsbetrieb Mindestmengen abliefern, sondern können auch kleinere Mengen von Hand ernten. Das bringt zwei Vorteile: Erstens ernten wir nur vollreife Früchte und Gemüse, die wir innerhalb weniger Stunden verarbeiten können. So garantieren wir höchste Produktqualität und besten Geschmack. Im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion produzieren wir etwas weniger – dafür in deutlich besserer Qualität.
Zweitens gibt es weniger grosse Produktionsspitzen, sodass wir unsere Mitarbeitenden über einen längeren Zeitraum beschäftigen können. Wir sind also nicht auf Tagelöhner angewiesen, die über das Caporalato-System rekrutiert werden.

CC: Gehen wir noch auf die agronomischen Gegebenheiten ein: Worauf achtet ihr beim Anbau der verschiedenen Kulturen? Was waren und sind die grössten Herausforderungen?
Luigi: Wir befinden uns hier in Cerignola in einer sehr trockenen und windigen Region, etwa 25 Kilometer von der Küste entfernt. Daher sind die hiesigen Kalkböden natürlicherweise salzhaltig – unsere Tomaten erhalten so einen intensiven, süsslichen Geschmack.
Gleichzeitig stellen die heissen und trockenen Sommermonate eine grosse Herausforderung dar. Wir bewässern unsere Kulturen mit wassersparender Tröpfchenbewässerung. Das Wasser stammt aus einem nahegelegenen See, der mit Regen- und Schmelzwasser aus den Bergen gespeist wird. Der Wasserbestand hat sich jedoch noch nicht vollständig vom sehr trockenen Winter 2023/2024 erholt.
Wir gehen davon aus, dass sich die Wasserknappheit weiter zuspitzen wird. Entsprechend versuchen wir, noch effizienter zu werden – beispielsweise durch Unterbodenbewässerung mit Rohren. So wird das Wasser direkt in der Nähe der Wurzeln verteilt und verdunstet weniger.
Um den Boden mit Nährstoffen zu versorgen, setzen wir neben biologischem Dünger und Kompost auf Hülsenfrüchte. Diese werden sowohl zwischen den Reben und Olivenbäumen als auch in der Fruchtfolge mit Getreide und Gemüse angebaut, um den Boden mit Stickstoff anzureichern.
CC: Abschliessend möchte ich einen Blick in die Zukunft werfen: Gibt es Pläne für weitere Betriebszweige oder Kulturen, die ihr künftig anbauen möchtet?
Luigi: Wir haben derzeit nicht vor, neue Aktivitäten zu starten, da wir zu jeder Jahreszeit bereits stark ausgelastet sind. Stattdessen möchten wir unser Know-how sowie die Qualität unserer Produkte weiter verbessern.



